Modell 2a - Technik

Mal was ganz neues, eine Extra Unterseite über die Technik. Was hat man schon am Fahrrad, Räder, Bremse, Antrieb und Licht. Über den letzten Punkt werde ich - weil nicht so alltäglich - hier schreiben.

Ursprünglich suchte ich eine große Lampe mit Schalter, leider wollten alle viel zu viel Geld für mein "Billigprojekt", an Dynamo und Rücklicht musste ja auchnoch gedacht werden. Also was tun?

Dann stolperte ich bei ebay Kleinanzeigen über eine Karbidlampe, 25€ plus 5€ Versand, vollständig aber ohne Halter. "DAS ISSES!"
Solange die Lampe auf dem Weg zu mir war, hatte ich mich über die Technik belesen und festgestellt, dass der Betrieb mit Karbid doch einiges mit Aufwand zu tun hat und auch regelmäßig benutzt werden will, das lohnt sich nicht für meine 500m durch den Ort, aber man könte als kleine Herausvorderung ohne große Änderungen an der Lampe was elektrisches bauen - unsichtbar, rückrüstbar.

Die Basis:



Recht gut erhalten, vollständig, aus den 50er Jahren und dann noch ostdeutsch (MEWA, Werk Ritschenhausen VEB, Solid), was will man mehr?
Innen sah sie leider nicht so gut aus, die große Feder war gebrochen und der Karbidkorb ziemlich rostig, also ausgeräumt und fertig.

Zuerst wurde das Problem der Halterung gelöst durch eine Konstruktion aus Stahlblech. Muss noch etwas rostiger werden, dann passt die ins Bild. Außerdem noch entgraten und eventuell die Form optimieren.



Leider entpuppte sich die "Schwebe" - die gefederte Halterung zwischen Lampe und Eigenbauhalter als böser Klapperatismus, das konnte so nicht bleiben. Außerdem wirkte die Lampe sehr wuchtig und etwas aufdringlich.


Also raus mit der Schwebe und den Halter direkt dran. Übrigens 100% Rückrüstbar, musste nur 2 Augen an Lampe und Halter leicht zur Seite biegen und schon lag der Kram daneben.
Schrauben sahen komisch aus, an der Stelle nieten (keine doofen Alublindniete, richtige Niete!) wäre zu aufwendig, aber 2 passende Splinte lagen da gerade in Sichtweite


Beleuchten soll das ganze eine LED, die aber nicht sichtbar sein soll. Die Düse ist zum Glück nur geschraubt und steckt in einem M8 Gewinde, in dem jetzt ein Stück alte Spritleitung vom Wartburg steckt. Darin befindet sich oben ein 5mm Loch, aus dem eine LED guckt. Klingt einfach, Idee und Umsetzung kosteten einen Nachmittag.

Einkauf: Tüte LEDs, 5mm, "warmweiß" und Konstantstromquelle bis 350mA (meine LEDs ziehen pro Stück 20mA..)


Dann ging es ans Bauen. Zuerst mit einem Stück Cunifer Spritleitung, diese war aber durch das Gewinde zu sehr geschwächt und brach beim Einschrauben ab. Also doch Stahl. Das hat auch gut funktionirt und die LED passte auch beim ersten Anlauf IN das Rohr. Prima, keine Klebeaktionen und Fummelei. Nach dem Bohren und Einpassen sah es so aus:


Also Kabel anlöten und rein damit! Ich hatte noch ein USB Ladekabel liegen mit defektem Stecker, davon wurden 2 Adern verwendet. Mit Schrumpfschlauch sah das dann so aus:


Und das ganze im eingebauten Zustand:


Das Einfummeln der Drähte brauchte einige Minuten Zeit, einfach mal um die Ecke war nicht wirklich möglich und nur mit Hilfe von einem dicken Kupferdraht machbar. Zum Glück hat die Isolierung nicht gelitten.

Die Konstantstromquelle
(nur 17mm Durchmesser!) sitzt mit im Karbidbehälter, wo auch der Akku mit einziehen wird.
Von vorn ist es kaum erkennbar, dass da moderne Technik drin steckt. Leute mit Ahnung werden aber sehen, dass das keine Düse ist, die da in der Lampe sitzt.


Beim Rücklicht gehe ich ähnliche Wege, schließe es aber mit vorn an der Lampe an. Wo genau das Kabel versteckt wird, ist noch nicht sicher. Die LED ist schon drin im Reflektor, wie man sieht, sieht man nichts.


Gleich nach Ankuft des Akkus musste der Spaß getestet werden, muss noch eingestellt werden, aber ist schonmal nicht ganz verkehrt.



Jetzt noch eine Fassung für den Akku bauen und das Rücklicht fertigstellen.

Fortsetzung folgt